Staub über dem Land

Autor: Peter Wagner Mi, 25. August 2010 09:36

Schophoven. Der steife Wind dieser Tage macht den Anrainer am Ostrand des Tagebaus Inden mächtig zu schaffen. Am Montag trieben heftige Böen ganze Schwaden von Sand über die östliche Abbaukante Richtung an Schophoven vorbei.

Sie riefen eine Vielzahl Reihe von Beschwerden auf den Plan. Landtagsabgeordneter Josef Wirtz, als Schophovener mit den «Fahnen» aus dem Tagebau bestens vertraut, räumte am Dienstag ein, dass das Ausmaß eines Staubsturms «in dieser Heftigkeit seit Jahrzehnten» nicht zu beobachten gewesen sei. In dem Korridor zwischen Kirchberg und Schophoven trieb gelblich-brauner Staub wie ein Vorhang über die Landschaft, färbte in Sekunden Fahrzeuge ein, legte sich wie eine zweite Haut auf die Kleidung und knirschte zwischen den Zähnen.

Als wirkungslos erwies sich die Berieselungsanlage unmittelbar am Tagebaurand. Die von RWE Power als «Staubfänger» installierten Spenkler wurden der Mengen an Sand nicht Herr oder vermischten ihn teilweise nur zu einem klebrigen Sprühnebel. Zweifel an dem Nutzen dieser Berieselungsanlage ist einer von mehreren Punkten einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung, die Wirtz Ende Juli eingebracht hatte. Eine Antwort steht noch aus.

Reagiert hat auch Indens Bürgermeister Ulrich Schuster, der unmittelbar Kontakt zur Leitung des Tagebaus aufnahm. Schuster zeigte Verständnis, dass aufgewirbelter Staub bei bestimmten Wetterlagen unvermeidlich bleiben werde. Er stehe aber schon seit längerem mit dem Tagebau im Gespräch mit der eindeutigen Forderung, «dass die Belastung auf den nachweislich geringsten Umfang reduziert wird».

Quelle: an-online.de, 25.08.2010

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Fertig saniert: Uralt-Schaufelradbagger fit für die Zukunft

Autor: Peter Wagner Mi, 21. Juli 2010 09:38

Inden. Seit einigen Tagen arbeitet er wieder einwandfrei. Der Vater aller Großschaufel-Radbagger, das Gerät mit der Nummer 255. Im Jahre 1955 ging es in Betrieb, nun wurden ihm die «dritten «Zähne» verpasst, gleichzeitig wurde das 5900 Tonnen schwere Gerät generalüberholt.

«Wir sind mit zwei Monate in der Zeit geblieben», freute sich Tagebaudirektor Arthur Oster, als er unter dem Koloss stand, seine sonore Arbeitsweise begutachtete. «Die Elektronik ist auf dem neuesten technischen Stand. Zudem ist der Motor im Schaufelrad komplett umkappselt worden,» lag laut Oster die größte Herausforderung in der Konzeption und Realisierung des 17 Meter hohen und 135 Tonnen schweren Schaufelrades.

Es war erst das zweite Mal, dass man mit Unterstützung des RWE-Power-Technikzentrums Grefrath eigenständig die Fertigung sowie den Einbau einer neuen Schaufel tätigte. «Dies spricht für unsere Fachkompetenz und das technische Know-how, über das wir in unseren Reihen verfügen.» Während der Bagger die Lössschicht aufnahm, die für die Rekultivierung gebraucht wird, wurden am ehemaligen Bagger-Reparaturplatz die letzten Aufräumarbeiten vorgenommen.

«Zeitweise haben hier bis zu 130 Arbeiter Hand angelegt, denn schließlich sind von den rund zehn Millionen, die die Generalüberholung gekostet hat, rund 90 Prozent in der Region geblieben. Sozusagen ein Beitrag zur Sicherung des Standortes Deutschland.» Der älteste Großschaufel-Radbagger der Welt dürfte, so die Einschätzung des Tagebaudirektors, nun für die nächsten 15 bis 20 Jahre einwandfrei im Tagebau Inden arbeiten. Denn auch die 3,50 Meter hohen Fahrwerke wurden komplett erneuert, zudem erhielt der stählernde Gigant - er ist 66 Meter hoch und 210 Meter lang - die modernste Version des Satelliten-Navigationssystems GPS. Dass modernste Verfahrenstechnik und höchste Präzision bei einem Projekt solcher Größe unabdingbar sind, dies bemerkte Arthur Oster abschließend. «Dies gilt sowohl für die Planung und Konstruktion, als auch für die Produktion und Ausführung.»

Quelle: an-online.de, 20.07.2010

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Von der Kapelle bleibt nur ein Haufen Steine

Autor: Peter Wagner Fr, 25. Juni 2010 23:30

Pier/Merken. Sie schauten betreten und waren traurig: ältere Leute, die am Donnerstag zuschauten, wie ein meterhoher Bagger die kleine Kapelle in Vilvenich bei Merken niederriss. Diese Kapelle, einst der heiligen Helena geweiht, war gegen Mittag nur noch ein Haufen Steine. Hobbyfotografen versuchten, den Abriss per Kamera für die Nachwelt festzuhalten.

Die Kapelle, in der am 6. Mai 2008 die letzte Messe gehalten wurde, lag bis Donnerstag malerisch im Hang. Sie bot etwa 75 Personen Platz und musste wegen des gigantischen Hungers unserer Zeit nach Energie dem Braunkohletagebau weichen. Vor zwei Jahren hatte sich der Geschichtsverein Merken noch Hoffnung gemacht, man könne das Bauwerk, das 1318 auf einer Urkunde erstmals erwähnt wurde, Stein für Stein abtragen und andernorts wieder aufbauen. Doch RWE Power als Eigentümer winkte ab: zu teuer.

Das eindrucksvolle Eingangsportal und der Hahn, der auf dem Kirchturm thronte, wurden gerettet. Zumindest in Wort und Bild bleibt das alte Bauwerk erhalten: Im Auftrag von RWE Power hat der Vorsitzende des Dürener Geschichtsvereins, der Historiker Dr. Peter Staats, die Kapelle dokumentiert. Staats ist zuversichtlich, dass es demnächst «zu einer leserfreundlichen Veröffentlichung der Dokumentation», wie er sagte, kommen wird.

«Das ist natürlich sehr traurig, dass ein so geschichtsträchtiges Gebäude verschwindet», kommentierte Rudolf Sommer den Abriss. Sommer ist Mitglied des Merkener Geschichtsvereins und wurde vom Abriss überrascht. Er erinnerte sich: Sein Großvater habe wegen der Kapelle, die er nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges noch vor dem eigenen Haus aufbaute, Streit mit der Großmutter bekommen.

Das einschiffige Kirchlein mitsamt dem Ort hatte eine bewegte Geschichte. Die Kirche wies in ihren ältesten Teilen frühromanische Formen auf. Sie scheint ursprünglich eine richtige Kirche gewesen zu sein und ist möglicherweise schon vor dem 10. Jahrhundert gegründet worden.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bestand Vilvenich nur aus einem einzigen Hof mit umliegenden Häusern. Dieser Hof war in fränkischer Zeit wahrscheinlich Königsgut und kam später an den Grafen von Jülich. In unseren Tagen wird nun ganz Vilvenich weggebaggert. Die restlichen Gebäude werden in etwa einen Jahr folgen, so ist es vorgesehen.

Quelle: an-online.de, 24.06.2010

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Angst an der Tagebaukante: «200 Meter ändern nichts»

Autor: Peter Wagner Do, 08. April 2010 18:18

Schophoven. Im Dorfgemeinschaftshaus in Schophoven spricht Tagebauchef Arthur Oster mit ruhiger Stimme. Vor ihm sitzen am Mittwochabend 200 Menschen. Es sind Bewohner aus Lucherberg, Schophoven und Merken, Indens Bürgermeister Ulrich Schuster und weitere Kommunalpolitiker, die Osters Worten aufmerksam lauschen.

Auf Einladung von Ortsvorsteher Peter Prost erklärt der Chef die Böschungsrutschung im Tagebau Inden vom 12. März noch einmal der Öffentlichkeit.

Der Tagebauchef spricht langsam. Er lässt sich Zeit. «Ich will Sie nicht ermüden mit langen Erklärungen, aber Sie sollen es verstehen», sagt er. Und dafür wiederholt er während seines Vortrags die zwei Botschaften, die ihm am Herzen liegen. «Es hat nie Gefahr für Mensch, Gerät oder Ortschaft bestanden», lautet die erste. Und die zweite bezieht sich auf die mangelhafte Kommunikation nach dem Rutsch, der erst auf Nachfrage Tage später publik wurde. «Die Kommunikation würden wir anders handhaben.»

Zunächst erklärt Oster den Unterschied zwischen Arbeits-, Rand- und Endböschung. «Arbeitsböschungen sind steiler angelegt», sagt er. Die Rutschung am 12. März ist an einer Arbeitsböschung passiert. «Arbeitsböschung, Arbeitsböschung», wiederholt Oster zweimal. Dann zeigt er Bilder von der Böschung, ihre Entwicklung von Januar bis März.

Erste Anzeichen einer Bewegung habe man am 10. März festgestellt. Archäologen seien umgehend informiert, ein Zutrittsverbot ausgesprochen worden, und RWE Power habe die Beobachtung auf Rissbildung angeordnet. Am Folgetag seien Beobachtungen intensiviert worden. «Das läuft alles geregelt ab», sagt Oster ruhig. Unmittelbar nach der Rutschung habe man die Stelle abgesichert und abgesperrt und die Bergbehörde informiert. Das bestätigt Rolf Petri, der am Abend die Aufsichtsbehörde vertritt. Die bescheinigte nach einer Begehung, dass weder für Arbeiter noch für Bewohner eine Gefahr bestehe.

Die Zuhörer hören ruhig zu. Einige schreiben mit. Oster geht auf den Vorwurf der Vertuschung, ein. «Wenn wir es hätten vertuschen wollen, hätten wir das gemacht», doch solche «Böschungsumbildungen» seien normal. Weil der abgerutschte Hang in Schophoven Erinnerung an die Erdrutschkatastrophe in Nachterstedt hervorgerufen hat, nimmt Oster auch dazu Stellung: «Die Erinnerung hat Sorgen ausgelöst», sagt Oster. «Aber mit den Bedingungen im rheinischen Revier hat Nachterstedt nichts gemein.»

Der Tagebauchef wiederholt seine zwei Botschaften und stellt sich dann den Fragen der Bewohner. «Die nächste Rutschung an einer Arbeitsböschung nehmen Sie in Kauf», wirft ihm ein aufgebrachter Bewohner vor. Oster beschwichtigt: «Die Böschung ist ja schon flacher gestellt. Wir optimieren stets den Betrieb und die Sicherheit.»

Einen größeren Abstand zwischen Tagebau und Ortschaften, den Josef Wirtz (CDU) gefordert hatte, halte RWE Power nicht für notwendig, sagt Oster. Ein Bewohner aus Merken steht auf und fragt kess: «Wieviel würden Sie verlieren, wenn Sie den Abstand auf 300 Meter vergrößern würden?»

Oster umgeht eine direkte Antwort. «100 oder 200 Meter verändern die Situation auch nicht.» Man halte sich an den Braunkohleplan, sagt Oster. «Der Tagebau lässt sich nicht wegbeamen. Aber wir können für Standsicherheit sorgen und Emissionen eingrenzen.»

Wirtz' Vorwurf, die weiteren Absperrungsmaßnahmen seien «ein Eingeständnis, das Versäumtes offenbart», wiegelt Oster ab. RWE habe «nachgelegt», weil das öffentliche Interesse größer sei als erwartet.

Am Ende des Abends wünscht sich eine Bewohnerin eine Sicherheitsgarantie, dass so eine Rutschung sich nicht wiederholt. Die kann Oster ihr nicht geben. «Leider», sagt er. «Aber wir haben gute Berechnungsmethoden, um für Sicherheit zu sorgen.»

Quelle: Aachener Nachrichten online, 08.04.2010

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Nach Erdrutsch: 100 Meter mehr Distanz zum Tagebau?

Autor: Peter Wagner Mi, 07. April 2010 12:48

Inden. Der Tagebau Inden ist an wenigen Stellen «auf Kante genäht». Er kommt so nah wie eben möglich an die umliegenden Ortschaften heran. Einige Bewohner in der Gemeinde Inden und der Stadt Düren - genau: in Schophoven, Lucherberg und Merken - sehen in naher Zukunft 100 Meter hinter ihrem Haus ins Loch.

Der zunächst vertuschte Erdrutsch am 12. März hat deren Perspektiven nicht eben verbessert. Bei einer Informationsveranstaltung heute Abend stellen sich die Verantwortlichen von RWE Power den Menschen und ihren Fragen.

Die Initiative ging vom Ortsvorsteher Peter Prost (SPD) aus, der den Tagebaudirektor Arthus Oster und einen Vertreter des Bergamtes in das Dorfgemeinschaftshaus eingeladen hat. Um 18 Uhr geht es los. Angekündigt haben sich auch Teilnehmer aus Düren-Merken und Lucherberg.

«Ist Schophoven gefährdet», fragt Peter Prost - und: «Warum trat RWE Power mit Verzögerung an die Öffentlichkeit?» Auf die Antworten hat die Bevölkerung einen Anspruch, sagt der Ortsvorsteher. Wie berichtet, waren gut 400000 Kubikmeter Erdreich an einer Arbeitsböschung abgegangen, was allerdings erst auf Nachfrage eingeräumt wurde.

Jederzeit unter Kontrolle

Das verantwortliche Unternehmen nannte tektonische Störzonen als Ursache, die jederzeit unter Kontrolle gewesen seien. Für Menschen und Gebäude habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden, erklärten RWE-Sprecher.

Buchstäblich nah dran ist auch der Landtagsabgeordnete des Dürener Nordkreises, Josef Wirtz (CDU), der ebenfalls in Schophoven lebt und als Landwirt die Scholle ziemlich gut kennt. «Erst nach der Veröffentlichung in der Aachener Zeitung wurden umfangreiche Sicherungsmaßnahmen sowohl an der Rutschungsstelle als auch im angrenzenden Tagebauvorfeld vorgenommen», schreibt Wirtz in einem Offenen Brief an den Vorstandschef des Bergbautreibenden, Dr. Johannes Lambertz, der unserer Zeitung vorliegt.

In der Tat: Während Tage nach dem Rutsch der gesamte Bereich von Fußgängern noch problemlos zu erreichen war, hat der Kohle-Konzern jetzt gemacht, was er am besten kann: gebaggert. Rund um die Bruchstelle wurden Wälle aufgeschüttet, Absperrungen und Warnschilder aufgestellt. Und der Werkschutz schiebt Streife. Josef Wirtz: «Nicht nur für mich ein Eingeständnis, das zuvor Versäumtes offenbart.»

In seinem Brief kritisiert er, dass RWE Power «das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger vor Ort selbstverschuldet eingebüßt hat». Insbesondere die unmittelbaren Anwohner, «die zum Teil nur 100 Meter von der künftigen Abbaukante entfernt leben», seien verunsichert. Deshalb fordert der Landtagsabgeordnete als «deutliches Zeichen des Unternehmens» die Rücknahme der Abbaukante um weitere 100 Meter für insgesamt vier Bereiche in drei Ortschaften, die dem Tagebau besonders nahe sein werden: Kalkweg und Müllenark in Schophoven, Obstweise in Lucherberg sowie Andreasstraße in Merken.

Nach dem Erdreich kommt nun auch die Diskussion in Bewegung.

Quelle: Aachener Nachrichten online, 07.04.2010

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Erdrutsch im Tagebau: Keine Gefahr für Schophoven?

Autor: Peter Wagner Do, 25. März 2010 09:27

Düsseldorf/Inden. Der gewaltige Erdrutsch im Tagebau Inden hat sich über fünf Stunden hingezogen: Am 12. März rutschte von 7 bis 12 Uhr die Erde weg. Rissbildungen an der Oberfläche und im Vorfeld waren schon zwei Tage zuvor beobachtet worden.

Die Abrutschung setzte auf einer Breite von 200 Metern ein, nachdem die Arbeitsböschung von einem Schaufelradbagger angeschnitten worden war. Zwischen zwei bekannten geologischen Störungen ging die oberste Sohle mit einer Höhe von 30 Metern ab.

Das ist so im Bericht der Landesregierung zu lesen, der unserer Zeitung vorliegt und am Donnerstag im Unterausschuss Bergbausicherheit in Düsseldorf zur Debatte steht. Bereits am Mittwochabend ließ sich der Indener Gemeinderat vom Bergbautreibenden und der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg informieren.

Tagebaudirektor Arthur Oster beharrte auf seinem Standpunkt: Die Lage sei jederzeit unter Kontrolle und eine Gefährdung von Menschen ausgeschlossen gewesen. «Schophoven war und ist nicht gefährdet. Das kann ich aus voller Überzeugung sagen», meinte er am Mittwochabend wörtlich. Allerdings könnten sich Rutschungen dieser Art auf jeder weiteren Sohle im Bereich der Störzonen wiederholen.

Osters Einschätzung teilt NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben in ihrem Bericht: «Die Maßnahmen zur regelmäßigen Überwachung haben sich als geeignet erwiesen, das Risiko einer Böschungsrutschung rechtzeitig zu erkennen.» Eine Gefährdung der Bevölkerung war «schon aufgrund der großen Entfernung der Wohnbebauung zu keiner Zeit gegeben». Thoben sieht wie RWE Power keinen Vergleich zur Tragödie in Nachterstedt (Sachsen-Anhalt) im Juli 2009: «Bei der Rutschung im Tagebau Inden handelt es sich um einen völlig anderen Bruchmechanismus.»

Obwohl laut Bericht der Wirtschaftsministerin «zu keiner Zeit eine Gefahr» für Menschen und Sachgüter bestanden habe, würden die Bergbehörde und der Geologische Dienst die Untersuchung fortsetzen.

Sehr unterschiedlich werteten dagegen die Vertreter der Fraktionen im Unterausschuss für Bergbausicherheit den Indener Vorfall. Sie wurden von unserer Zeitung vorab befragt. Während der FDP-Umweltexperte Holger Ellerbrock vor Panikmache warnt und es für nicht ungewöhnlich hält, wenn beim Abbaggern von Braunkohle «Erdmaterial nachrutscht», spricht Norbert Römer (SPD) von einem «ernstzunehmenden Vorkommnis. «Es geht auch um die Sicherheit der Beschäftigten», sagte Römer und fordert Aufklärung.

In diese Kerbe schlägt auch der Ausschussvorsitzende Josef Hovenjürgen (CDU), der zudem vom Konzern eine «offene, schnelle und umfassende Information» verlangt. Nur auf dieser Basis sei Vertrauen der Bürger zu gewinnen.

Nach Auffassung von Reiner Priggen (Grüne) belege der Indener Kantenbruch, dass auch im rheinischen Braunkohlenrevier «ein Katastrophen-Risiko durch bewegliche Erdmassen» bestehe. Er fordert eine Vergrößerung des Abstandes zur Abbaukante auf mindestens 1000 Meter.

Quelle: Aachener Nachrichten online, 25.03.2010

Siehe auch: Kurzinformation zur Rutschung an einer Arbeitsböschung im Tagebau Inden am 12.03.2010

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Kurzinformation zur Rutschung an einer Arbeitsböschung im Tagebau Inden am 12.03.2010

Autor: Peter Wagner Di, 23. März 2010 18:25

Nachdem in den letzten Tagen viel zum Böschungsrutsch im Tagebau Inden spekuliert wurde, hat uns Herr Arthur Oster freundlicherweise Informationen zu diesem Thema zur Verfügung gestellt. Gerne leiten wir diese Informationen weiter und stellen diese als PDF zur Verfügung. Quelle dieser PDF-Dateien ist RWE Power, 22.03.2010.

 100322_Kurzinfo zur Böschungsumbildung Inden-Endfassung.pdf (46,21 kb)

 100320_Infomappe-BU-Inden.pdf (727,14 kb)

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Tagebau Inden: Sondersitzung zum Böschungsrutsch?

Autor: Peter Wagner Fr, 19. März 2010 17:40

Düsseldorf/Inden. Die Düsseldorfer Landtagsfraktionen von CDU und FDP fordern umfassende Informationen über den Böschungsrutsch im Braunkohletagebau Inden. Dazu haben sie am Freitag eine Sondersitzung des Unterausschusses für Bergbausicherheit beantragt.

Am Vortag war bekannt geworden, dass 450.000 Kubikmeter Erdreich an der «Arbeitsböschung» des Tagebaus Inden bei Jülich abgerutscht waren. Der Bereich lag nach Angaben von RWE Power in einer tektonisch auffälligen Zone.

Die Fraktionen fordern Informationen über das Ausmaß und die Ursachen des Kantenbruchs. RWE Power müsse darlegen, ob zu jeder Zeit die Sicherheit der Mitarbeiter und Anwohner gewährleistet war, stellte der Ausschuss-Vorsitzende Josef Hovenjürgen (CDU) in einer Mitteilung fest. Die nächste Ortschaft Inden-Schophoven liegt etwa ein Kilometer von der Böschung entfernt.

«Dem bergbautreibenden Unternehmen RWE muss klar sein, dass sich das langfristige Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger nur über eine offene, schnelle und möglichst umfassende Information gewährleisten lässt», sagte Hovenjürgen. RWE Power hatte die Öffentlichkeit über den Zwischenfall nicht sofort informiert.

Quelle: Aachener Nachrichten online, 19.03.2010

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Krischer fordert Betriebsstopp am Tagebau Inden

Autor: Peter Wagner Fr, 19. März 2010 10:36

Inden/Merken. Die Hangrutschung in der Nähe von Inden-Schophoven im Kreis Düren beschäftigt derzeit die Menschen in Merken. Der Grund: Dieser Dürener Ortsteil wird eines Tages ebenfalls in Nähe der Tagebau-Kante liegen.

Wie erst am Mittwoch bekannt wurde, sind am Samstag bei Schophoven rund 450.000 Tonnen Erdreich abgebrochen. Zum Vergleich: In Nachterstadt in der Lausitz sollen es zwei Millionen Tonnen Erdreich gewesen sein, die damals wegbrachen.

Noch am Montag hatte RWE Power in Niederzier ein Bergschadensforum veranstaltet. Aber auch da sei von dem Vorfall nicht die Rede gewesen. Josef Bellartz, Sprecher der IG-Merken, meinte: «Die Geheimniskrämerei macht uns natürlich misstrauisch.»

Und: Nach dem Unglück in Nachterstedt habe RWE zugesagt, ein Meßpunkte-Netz zu errichten, mit dem sich Hangrutschungen vorherbestimmen ließen.

Ob dieses Meßpunkte-Netz nun eigentlich funktioniert habe, würden die Mitglieder der IG-Merken gern wissen. Sie legen Wert darauf, dass in dieser Angelegenheit niemand Panik verbreiten möchte.

Der grüne Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer forderte unterdessen: «Bis die Ursachen und Begleitumstände der Rutschung geklärt sind, muss der Betrieb im Tagebau Inden eingestellt werden.»

Krischer berief sich auf eine von der Landesregierung veröffentlichte Aufstellung aller Hangrutschungen der letzten 30 Jahre und sagte, die Rutschung vom vergangenen Samstag sei «die schwerste im rheinischen Braunkohletagebau seit 23 Jahren».

Krischer warnte vor einer Verharmlosung des Unglücks gegenüber der Öffentlichkeit. Es zeuge nicht von Transparenz und Offenheit, wenn das Unglück am vergangenen Samstag passierte und die Öffentlichkeit erst am Mittwoch und dann auch noch nur durch einen Zufall davon erfahre.

Quelle: Aachener Nachrichten online, 18.03.2010

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Nächtlicher Kantenbruch im Tagebau

Autor: Peter Wagner Do, 18. März 2010 07:49

Inden. Bereits am Wochenende hat es am Rande des Tagebaus Inden einen Böschungs-Erdrutsch gegeben. Wie jetzt bekannt wurde, sackten in der Nacht zum Samstag 450.000 Kubikmeter Erdreich an der westlichen Abbaukante in Höhe von Inden-Schophoven ab.

Auf einer Breite von gut 100 Metern brach die Kante. Das geschah in einem Bereich, in dem nach Informationen unserer Zeitung noch am Tag zuvor Archäologen gearbeitet hatten. Menschen oder Gebäude blieben unbeschadet.

Der Direktor des Tagebaus Inden, Arthur Oster, bestätigte den Vorfall und sprach von einer «üblichen Betriebssituation». Das Geschehen sei zwar «nicht gewollt, aber prognostizierbar gewesen». Vergleiche zum Erdrutsch in der Lausitz (Nachterstedt) wies Oster entschieden zurück. Das dortige «Setzungsfließen hängt mit feinkörnigen Sanden und Wasser zusammen. Und beides haben wir hier bei uns nicht».

Der Erdrutsch im Tagebau Inden hingegen sei von «mehreren geologischen Sprüngen» verursacht worden, die an einer Stelle zusammenlaufen. Sie waren dem Tagebaubetreiber bekannt. Deshalb seien die schweren Geräte von RWE Power laut Oster «vorsichtig durchgefahren». Dennoch brach ein Teil ab. Die Erdmassen liegen nun «stabil unten» und würden im laufenden Betrieb der nächsten Wochen «mitgenommen». Die gebrochene «Arbeitsböschung» sei zudem mit den späteren «Endböschungen» nicht vergleichbar, die flacher und damit stabiler angelegt würden, sagte der Tagebauchef.

Quelle: Aachener Nachrichten online, 18.03.2010

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