Autor: Peter Wagner
Mo, 22. März 2010 11:42
Bevor man unüberlegte Äußerungen von sich gibt, sollte man einmal über die Konsequenzen nachdenken. Bei dem was Bundespräsident Köhler von sich gegeben hat, dürfte dies leicht sein. Umso erstaunlicher, dass dieser Gedankengang dann tatsächlich bis zur Öffentlichkeit gelangt ist.
Es geht um die Aussage von Köhler „… ob der Preis von Benzin nicht tendenziell höher als tendenziell niedriger sein sollte.“ Damit hat er einen Sturm von Gegenwind entfacht. Und das nicht zu Unrecht.
Dass dies, sollte seine Empfehlung eine entsprechende Wirkung nach sich ziehen, jemand bezahlen muss, ist klar. Die Frage ist: Wer? Es sind jene, die auf das Auto angewiesen sind, damit sie ihren Lebensunterhalt verdienen können und mit ihrem verdienten Brutto auch Steuergelder in das Staatssäckel fließen lassen. Je mehr gefahren wird, umso härter wird es den Autofahrer treffen, also ganz besonders die Pendler und berufliche Vielfahrer.
Welche Alternative haben denn Pendler und Vielfahrer? Sie fahren doch nicht zum Spaß in der Gegend rum, sondern tun genau das, was die derzeitige Wirtschaftslage von ihnen verlangt: Flexibel sein! Ich glaube nicht, dass Vielfahrer nur aus Freude zehntausende Kilometer fahren. Dazu sind die Spritpreise bereits zu hoch und die Autobahnen zu voll. Es ist einfach eine Notwendigkeit um sich und letztlich auch den Staat wirtschaftlich handlungsfähig zu machen. Genau dies ist die Ecke, welche die FDP unterstützt und bereit ist zu födern. Arbeit muss wirtschaftlich sein, mit diesem Vorschlag wird dem jedoch eher entgegengewirkt.
Dazu kommt, dass durch höhere Spritpreise auch wieder die Bereiche Transport und Logistik und andere unter Preisdruck geraten und diesen früher oder später weitergeben werden. In letzter Konsequenz würden damit auch wieder die Lebenshaltungskosten steigen und indirekt die Kaufkraft vermindern.
Umweltbewusstsein ruft man nicht durch wirtschaftliche Knebel hervor oder wie der Wirtschaftsexperte Rudolf Hickel von der Universität Bremen sagte: „Ökologische Vernunft kann nicht über den Benzinpreis herbei gesteuert werden.“
Bitte Herr Köhler, den Ochsen den man braucht um den Karren aus dem Dreck zu ziehen, sollte man wenigstens nicht noch schlagen - auch nicht unüberlegt.
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