Autor: Peter Wagner
So, 14. März 2010 10:47
Lobbyismus und Untätigkeit wird der FDP ja gerne vorgeworfen. Doch was Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler tut, ist weder das eine, noch das andere.
Statt mit Schnellschüssen seine Popularität zu erhöhen, die meist auf den Rücken der Bürger ausgetragen werden, wird in diesem Ministerium von langer Hand geplant. Bereits seit Oktober gibt es eine Kommission, welche Strategien zur Kostensenkung im Gesundheitswesen entwickelt.
Und diesmal soll es genau die treffen, die bisher ihre Gewinnspanne relativ frei kalkulieren konnten, nämlich die Pharmahersteller. Statt wie bisher die Preise einfach bestimmen zu können, sollen die Pharmahersteller dazu gezwungen sein mit den Krankenkassen zu verhandeln. Falls dies nicht innerhalb einer definierten Zeitspanne gelingt, soll es festgesetzte Höchstpreise geben. Und dies nicht nur für neue Arzneien, sondern auch für bereits existierende.
Dies setzt die Pharmazeuten natürlich unter Druck und die bisherigen Geschäftsmodelle müssten neu überdacht werden. Für die Krankenkassen ist es jedoch eine Chance die Kosten im Bereich der Pharmazeutika zu senken. Und damit besteht auf für den letzten in der Kette, nämlich den Patienten, eine Kostensenkung in Form von stabilen Kassenbeiträgen oder gar Senkungen.
Und da hierbei auch Arbeitgeber und sowohl Kassen- als auch Privatpatienten entlastet werden, ist dies ein aktiver Beitrag zur Senkung der Lohnnebenkosten. Für solch durchdachte und langfristige Lösungen warte ich gerne etwas länger, als mit Schnellschüssen einer Schwarz-Roten Regierung doch wieder die Zeche zahlen zu müssen.