
Der Computer von Kriminellen ferngesteuert? Wer einen solchen Verdacht hat, soll Hilfe bekommen. Und: Die Bundesregierung will das schnelle Internet auch aufs Land bringen. Von Hans Georg
Schröter
Die Bundesregierung will den Standort Deutschland durch Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) voranbringen und erhofft sich davon auch neue Arbeitsplätze. Ganz oben auf der Agenda steht für Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) dabei der zügige Ausbau der Breitbandnetze, damit ein schnelles Internet hierzulande bald für alle Menschen verfügbar ist.
Auch für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist dies ein zentraler Punkt, wie sie auf dem IT-Gipfel in Stuttgart sagte. So hänge die Zukunft der ländlichen Räume vom Zugang zu einer schnellen Internetverbindung ab.
In der auf dem Gipfel verabschiedeten Stuttgarter Erklärung heißt es, durch den Breitbandausbau würden nach neuen Studien bis zum Jahr 2020 über alle Branchen hinweg in Europa mindestens eine Million neue Arbeitsplätze geschaffen. In Deutschland könnten allein durch den Breitbandausbau bis Ende 2014 rund 400.000 neue Stellen entstehen, erklärte der Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI).
Deutschland brauche die IT-Industrie, um stärker aus der Krise herauszukommen, sagte Merkel weiter. "Wir sind in der Welt nicht abgeschlagen, aber auch nicht auf Platz eins."
Nach einer in Stuttgart vorgelegten Studie von TNS Infratest im Auftrag des Wirtschaftsministeriums hat sich der IKT-Standort Deutschland im Vergleich der 15 Topnationen binnen Jahresfrist von Rang neun auf Rang sieben verbessert. Spitzenreiter sind die USA vor Großbritannien, Dänemark, den Niederlanden, Schweden und Finnland.
Für Brüderle kommt es in den nächsten Jahren darauf an, Infrastrukturen für intelligente Netze auszubauen und das Internet der Zukunft zu gestalten. Diese Aspekte will Berlin bis zum nächsten
Sommer in einer neuen IKT-Strategie "zur digitalen Zukunft Deutschlands" bündeln.
Zudem müsse die IT-Sicherheit der Netze erhöht, der Datenschutz im Netz verbessert und mehr in Bildung und Ausbildung investiert werden, betonte Brüderle.
In der Stuttgarter Erklärung sprechen sich die Gipfelteilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft neben dem Breitbandausbau und der Initiative für intelligente Netze auch für eine Software-Inititative aus.
"Der IT-Gipfel hat einen wichtigen Meilenstein für den Aufbau intelligenter Infrastrukturen in Deutschland gesetzt", freut sich August-Wilhelm Scheer, der Präsident des Branchenverbands Bitkom. Intelligente Netze seien Voraussetzung unter anderem dafür, die Energieversorgung und Mobilität zu sichern und den Klimawandel zu stoppen.