Surfen im Netz bald mit Hochgeschwindigkeit

Autor: Peter Wagner Do, 06. Mai 2010 11:41

Düren. Ein weiterer «weißer Fleck» in der Versorgung mit schnellem Internet verschwindet von der Landkarte. Am Mittwoch wurde in Echtz ein neuartiger Schaltverteiler vorgestellt, der rund 1000 Haushalte mit dem Breitbandnetz verbinden soll.

Der Schaltkasten ist bislang bundesweit einzigartig. Betrieben von der Dürener SOCO Network Solutions GmbH und der Telekom gemeinsam. Das Prinzip: Internetsignale lassen sich nicht per Kupferkabel über lange Strecken transportieren, ohne dass sie immer schwächer werden.

Bis das Signal vom Hauptverteiler in Birkesdorf in Echtz ankam, hatte es viel seiner Stärke verloren. Die Bewohner von Echtz mussten sich deshalb bislang mit einer sehr schleppenden Internetverbindung abfinden. SOCO network hat nun ein Glasfaserkabel bis zum Schaltkasten in Echtz im Boden verlegt.

Von dort wird das DSL-Signal zu einem «Partner»-Schaltkasten der Telekom gleich nebenan übermittelt, der es dann die wenigen Meter bis zum Haus wieder per Kupferleitung verschickt. Durch diesen technischen Kompromiss wurden ein erheblicher Aufwand (man musste nicht alle Straßen im Ort aufreißen) und Kosten gespart.

Fast fertig

Ende des Monats soll die Technik betriebsbereit sein. Für die Bürger in Echtz bedeutet dies, dass sie auf Internetgeschwindigkeiten von 8000 bis 16.000 KBits zugreifen können. Stephan Fuß, geschäftsführender Gesellschafter von SOCO, verwies darauf, dass sein Unternehmen das Projekt ganz ohne finanzielle Hilfen aus dem Konjunkturpaket umgesetzt habe.

«Wir sind froh, dass hier etwas passiert», betonte Marcus Weinkopf, Leiter der Netzcodierung der Telekom. Auch der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, zeigte sich erfreut. Damit der Breitbandausbau in ländlichen Gebieten schneller voran komme, habe die Agentur Pauschalentgelte und einen Mustervertrag zwischen den beteiligten Unternehmen für die Aufstellung weiterer Schaltverteiler geplant.

Kurth: «Wir hoffen jetzt, dass viele Bürger in Echtz die neue Technik auch nutzen.» Da zeigte sich Dürens Kämmerer Harald Sievers durchaus zuversichtlich: «Der weiße Fleck verschwindet.»

Quelle: an-online.de, 06.05.2010

 

Kommentar von Peter Wagner:

Inden ist noch ein weißer Fleck. Oder zumindest grau. Inden-Altdorf ist zwar recht gut versorgt, hier gibt es DSL-Geschwindigkeiten bis 16 MBit, jedoch besteht die Gemeinde Inden aus mehreren Dörfern. Und hier gibt es eine extreme Unterversorgung. Teilweise ist nicht mal DSL-Light möglich, wie bereits vor über 10 Jahren wird noch mit ISDN gesurft.

Problem ist die fehlende Anbindung einiger Bereiche an das Indener Telefonnetz. In Frenz beispielsweise ist man über Langerwehe angebunden. Diese Strecke ist natürlich weiter und damit kommt dann auch die technische Problematik der Strecke zustande. Denn mit jedem Meter zum Endverbraucher wird das DSL-Signal schlechter und die DSL-Geschwindigkeit einer stabilen Leitung immer langsamer – bis es gar nicht mehr möglich ist.

Technische Möglichkeiten gibt es genug und das bereits seit Jahren. Ein sogenannter Repeater könnte das schwache Signal kurz vor dem Dorf auffrischen und damit wieder ein starkes Signal ins Netz einspeisen, so dass sogar 16 MBit möglich wären. Manche Dörfer setzen sogar auf Funkstrecken. Und Echtz hat es nun mit einer Glasfaserlösung geschafft.

Die Frage ist nun, warum einige Indener Dörfer gnadenlos unterversorgt sind. Technologie kann hier nicht die Antwort sein. Vielmehr scheint hier die Gemeindeverwaltung seit Jahren die technologische Weiterentwicklung zu ignorieren. Entweder ist genau das passiert was ich bisher gehört habe, nämlich nichts. Oder aber es liegt an der schlechten Informationspolitik. Fakt aber ist: Stabile und schnelle DSL-Leitungen sind der Wunsch vieler Indener Bürger und dieser wurde bisher nicht erfüllt.

Internet ist nichts exotisches mehr, vielmehr bestimmt der Umgang damit das tägliche Leben. Webseiten werden größtenteils nicht mehr auf langsame Leitungen optimiert, besonders Medienseiten setzen auf viel Schnickschnack, der selbst eine 1 MBit Leitung schnell an seine Leistungsgrenze bringt. See oder nicht See als Füllung für den Tagebau in ein paar Jahrzehnten, viel Gerede die Region nach vorne bringen zu wollen aber solche Dinge, die bereits jetzt Tagesgeschäft eines fast jedes Bürgers sind zu ignorieren – unverständlich. Internet ist bereits Heute!

Der Privatmann möchte gerne seine Zeitung online lesen, auf den Seiten der Fernsehsender stöbern, E-Mails mit Dateianhängen versenden oder Bilder zum Druckdienst schicken. Solche Dinge sind bisher in vielen Dörfern Indens nicht oder nur sehr schlecht möglich. Wer beispielsweise seine Urlaubsbilder als Fotobuch gedruckt haben möchte, muss sich schon einen Dienst suchen, der auch offline, also ohne Internet funktioniert, denn mit dem Upload von 64 Kbit bei einer 1 MBit DSL-Leitung wird dies online nahezu unmöglich.

Der Geschäftsmann ist es nicht nur gewohnt Geschäftspost mit Dateianhängen wie Rechnungen oder andere Dokumente per Mail zu verschicken, vom Finanzamt aus ist er sogar dazu verpflichtet seine Umsatzsteuervoranmeldung online zu machen. Bei der Entscheidung für einen Unternehmensstandort ist die Internetanbindung bereits jetzt ein sehr wichtiges Entscheidungskriterium. Liebe Gemeindeverwaltung Inden, auch wenn sich kein mittelständiges 300-Mann-Unternehmen ansiedeln wird, so gibt es genug andere, die auch als Kleinbetrieb oder Freiberufler Gewerbesteuer in die Gemeindekasse bringen.

Jetzt aber!

Echtz hat es uns vorgemacht. Als Bürger wünsche ich mir, dass die Gemeindeverwaltung Inden nun die Gelegenheit nutzt, kommuniziert und endlich mal einen Schritt in die richtige Richtung tut. Ansatzpunkte mit wem man mal Kontakt aufnehmen könnte gibt es genug:

  • SOCO Network Solutions GmbH in Düren (Stephan Fuß)
  • Telekom (Marcus Weinkopf)
  • Bundesnetzagentur (Matthias Kurth)
  • Düren (Harald Sievers)

Ich bin gespannt, ob sich nun endlich einmal etwas bewegt und würde mich über eine offene Informationspolitik diesbezüglich freuen.

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Kategorien: Gemeinde | Kommunalpolitik

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